Wildfeuer: "Elterngeld ist wichtigstes familienpolitisches Instrument"

„Das Elterngeld ist und bleibt eines der wichtigsten familienpolitischen Instrumente in Deutschland. Daran ist nicht zu rütteln“, sagte Helene Wildfeuer, Vorsitzende der dbb bundesfrauenvertretung, am 6. September 2011. „Was wir beobachten können, ist ein stetiger, wenn auch gemächlicher Wandel der Arbeitskultur in Deutschland. Berufstätige Väter zeigen immer häufiger die Bereitschaft, zugunsten der Kinderbetreuung weniger zu arbeiten oder den Job zeitweise gar ganz zu unterbrechen. Gleichzeitig hilft das Elterngeld Müttern, während der Erziehungszeit mit dem Arbeitgeber in Kontakt zu bleiben und zügig, wenn auch meist in Teilzeit, an den Arbeitsplatz zurückzukehren“, betonte Helene Wildfeuer und verwies dabei auf die neuesten Zahlen des Statistischen Bundesamtes (Destatis). Demnach haben für Kinder, die im ersten Quartal 2010 geboren sind, 2,5 Prozent mehr Väter und Mütter Elterngeld in Anspruch genommen als im gleichen Zeitraum des Vorjahres. Die Zahl der Elterngeld beziehenden Väter ist ebenfalls um 1,4 Prozentpunkte auf einen Anteil von 24,4 Prozent gestiegen. Parallel nahm auch die Zahl der geborenen Kinder um 1,3 Prozent zu.

Zur aktuellen politischen Debatte um die vermeintliche Wirkungslosigkeit des Elterngeldes und der Ankündigung von Unions-Fraktionschef Volker Kauder, die staatliche Familienförderung auf den Prüfstand zu stellen, sagte Helene Wildfeuer: „Wir dürfen jetzt nicht durch politische Meinungsmache in Panik verfallen und vorschnell wichtige, richtungsweisende Weichen verstellen. Gesellschaften lassen sich nicht von heute auf morgen umkrempeln.“ Vielmehr rief sie die Politiker dazu auf, familienpolitische Entscheidungen nicht zu sehr von aktuellen Geburtenstatistiken abhängig zu machen, sondern sich stärker auf die bereits geborenen Kinder zu konzentrieren: „Ihnen müssen wir eine gute Ausbildung ermöglichen und ihre Eltern auf ihrem Erziehungsweg unterstützen.“ Neben dem Elterngeld müsse vor allem der Ausbau der Betreuungsangebote für Kinder unter drei Jahren sowie für Schulkinder zügig vorangetrieben werden. Gleichzeitig müsse gezielt in die Verbesserung der Qualität der Betreuungs- und Bildungsangebote investiert werden. „Je mehr Kindern und Jugendlichen wir heute eine handfeste Zukunftsperspektive und ein positives Familienbild vermitteln können, desto größer ist die Chance, dass sie später im Erwachsenenleben selbst eine Familie gründen werden“, so Helene Wildfeuer.

 

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