FEMM: Medienklischees beeinflussen Frauenkarrieren

“Der Fachkräftemangel ist zum Teil selbstgemacht. Durch Verstärkung der Rollenstereotypen in den Medien geht der Wirtschaft ein großes Potential verloren. ”, so Kirsten Lühmann, stellvertretende dbb Bundesvorsitzende und Vorsitzende des CESI Frauenrechtsausschusses FEMM, der am 7. Dezember in Brüssel tagte. Ein Grund dafür sei die Art und Weise, wie Männer und Frauen in den Medien, speziell im Fernsehen, präsentiert würden. „Männer sind noch immer Mechaniker, Anwälte und Ärzte. Frauen hingegen werden entweder in klassischen weiblichen Rollen wie Krankenschwester oder Friseurin gezeigt oder aber als unrealistische Superfrauen“, erklärte Lühmann.

Pamela Morinière von der Internationalen Journalisten-Föderation bestätigte auf der FEMM-Sitzung diese Erfahrung: “Im Fernsehen und in den Printmedien werden Rollenstereotypen eher verfestigt!” Lühmann forderte verbindliche Richtlinien für öffentliche und private Medien. „Das Bild von Frauen in den Medien muss sich wandeln. Die Darstellung von Frauen im Fernsehen hat nichts mit der aktuellen gesellschaftlichen Realität zu tun”, so Lühmann, die eine CESI Resolution zu diesem Thema ankündigte.

“Bislang gibt es keine verbindlichen Regeln, dass Frauen als gleichberechtigt dargestellt werden müssen”, so die FEMM-Vorsitzende. Dies sei vor allem deshalb ein Problem, da die Medien eine großen Einfluss bei der Prägung von Rollenbildern, Ideen und Idealen haben. “Wir müssen diese Klischeebilder in den Medien stoppen. Sie behindern die Chancen von Frauen auf dem Arbeitsmarkt. So kommen Mädchen und junge Frauen häufig gar nicht auf die Idee, technische oder andere klassische ‚männliche‘ Berufe auszuüben, weil ihnen die entsprechenden Vorbilder fehlen”, so die FEMM-Vorsitzende. Die europäischen Gewerkschaften müssten dazu beitragen, diesen Mangel zu beheben, so Lühmann. "Natürlich beeinflusst das Medienbild die öffentliche Wahrnehmung. So würden mehr junge Frauen Interesse an technischen Berufen zeigen, wenn mehr entsprechende weibliche Vorbilder im Fernsehen zu finden wären. “

Das “Global Media Monitoring Project” (etwa: globales Projekt zur Medienüberwachung) liefert harte Fakten zur Geschlechtergleichstellung. Das Projekt analysiert weltweit alle fünf Jahre die Rolle von Frauen in den Medien. Der letzte Bericht wurde 2010 erstellt und kürzlich veröffentlicht. „Die Ergebnisse sind noch immer ziemlich unbefriedigend. Frauen werden in den Medien nur klischeehaft dargestellt“, so Pamela Morinière. „Es gab bereits Vorstöße, das Problembewusstsein bei Journalisten zu erhöhen, aber bislang wurde vor allem in Journalistenschulen sehr wenig getan”, ergänzte Morinière.

 

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