• Helene Wildfeuer

Frauenförderung 4.0: Diskriminierung keine Chance geben

„Will der öffentliche Dienst im Wettbewerb um die besten Köpfe nicht das Nachsehen haben, muss er ein Beurteilungssystem vorweisen, welches Frauen nicht im Fortkommen behindert. Wer Arbeiten 4.0 propagiert, braucht auch eine Frauenförderung 4.0.“, stellte die Vorsitzende der dbb bundesfrauenvertretung Helene Wildfeuer auf der Frauenvollversammlung des Bayerischen Beamtenbundes (BBB) am 12. Oktober 2016 in München heraus. Schließlich seien es gerade die jungen Frauen, die herausragende Abschlüsse in Schule, Ausbildung und Studium erzielten. Zudem verfügten sie über ausgeprägte soziale und kommunikative Kompetenzen sowie über eine hohe Bereitschaft, flexible und mobile Arbeitsmethoden zu nutzen. „Damit erfüllen sie die Voraussetzungen, die an Führungskräfte von morgen gestellt werden. Jetzt liegt es an den öffentlichen Arbeitgebern, vorhandene Potenziale zu entfalten“, erklärte die Vorsitzende.

Aktuelle Gleichstellungstatistiken des Bundes und der Länder machten die Defizite der Frauenförderung sichtbar. So trage etwa der hohe Frauenanteil bei Teilzeitbeschäftigung zur niedrigen Frauenquote bei Leitungsfunktionen bei. Auffällig sei zudem, dass Mütter seltener als Väter im öffentlichen Dienst in Führungspositionen zu finden seien, mahnte Helene Wildfeuer. „Wir müssen Beurteilungskriterien aufstellen, die gendergerecht sind und Präsenz nicht mit Leistung gleichsetzen. Das erfordert Beurteilungsverfahren, die mittelbarer Diskriminierung keine Chance geben sowie Beurteilende, die geschlechtersensibel beurteilen können, wollen und dies auch tun.“

Kritik übte die Vorsitzende der dbb bundesfrauenvertretung außerdem an der geplanten Dezentralisierung der bayerischen Landesverwaltung. Konkret warnte sie vor den Folgen für die weiblichen Beschäftigten. „Eine verordnete Verlagerung der Aufgaben setzt vor allem Frauen mit Familienpflichten, insbesondere allein Erziehende, unter Druck“, betonte die Vorsitzende und forderte die bayerische Familienministerin Emilia Müller auf, einzulenken. „Mobiles Arbeiten und Telearbeit können dort entlasten, wo vor allem Familien von der Umstrukturierung betroffen sind. Telearbeit muss Männern und Frauen gleichermaßen als Alternative zur Behörden- und Aufgabenverlagerung ermöglicht werden“, so Helene Wildfeuer.

 

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