Gewerkschaft Deutscher Lokomotivführer (GDL)

SWEG: Erneut Streik – Ende noch offen

Die GDL musste bereits zum 15. Mal alle Lokomotivführer, Zugbegleiter, Werkstattmitarbeiter, Ausbilder, Mitarbeiter des SWEG-Kundencenters und Disponenten der SWEG Südwestdeutsche Landesverkehrs-GmbH (SWEG) sowie der SWEG Bahn Stuttgart GmbH (SBS) zu einem Erzwin-gungsstreik ab dem 4. Januar 2023 aufrufen. Das Ende der Arbeitskampfmaßnahme war bei Redaktionsschluss noch nicht abzusehen.

Seit fünf Monaten müsse die GDL diesen aus ihrer Sicht unnötigen Arbeitskampf führen. Aufgrund der Verweigerungshaltung der Geschäftsführung und des Aufsichtsrates sei auch weiterhin kein Ende in Sicht. „Wir streiken nicht gegen die Fahrgäste! Viel lieber würden wir mit der Ausübung unserer ehrenwerten Berufe unseren Beitrag zur Verkehrswende leisten“, stellte GDL Chef und dbb Vize Claus Weselsky klar. Dies werde den GDL-Mitgliedern allerdings aufgrund der unveränderten Trotzhaltung der SWEG und SBS verwehrt. Der Arbeitgeber trete – unter Billigung der Landesregierung – die Grundrechte der Beschäftigten mit Füßen. „Wenn wir für unsere Mitglieder einen Tarifvertrag erkämpfen, dann stehen wir auf den Grundfesten unserer Verfassung. Das ist weder verhandel- noch schlichtbar“, so Weselsky im Hinblick auf die ersten Stimmen aus dem politischen Bereich, die eine Schlichtung im Tarifkonflikt fordern.

Es helfe auch nichts, wenn sich der Tübinger Oberbürgermeister Boris Palmer mit despektierlichen Äußerungen in sozialen Netzwerken gegenüber den streikenden Eisenbahnerinnen und Eisenbahnern äußert. Vielmehr solle er einen klaren Appell an die Verantwortlichen richten. „Es sind nicht die GDL-Mitglieder bei der SWEG und SBS, die für den desolaten Zustand des Eisenbahnverkehrs verantwortlich sind. Falsch getroffene politische Entscheidungen haben dafür gesorgt, dass wir in Deutschland flächendeckend eine marode Schieneninfrastruktur und defekte Züge vorfinden, die es unseren Kolleginnen und Kollegen unmöglich machen, einen zufriedenstellenden Eisenbahnverkehr zu garantieren“, sagte Weselsky. Mit der Duldung der arbeitgeberseitigen Handlungen gegen die GDL und deren Mitglieder verschärft das Land Baden-Württemberg als Eigentümer der SWEG unnötig die derzeitige Situation und erweist damit in erster Linie den Fahrgästen und der Verkehrswende einen Bärendienst.

 

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