• Rentner beim Impfen

Impfstrategie

Seniorinnen und Senioren brauchen verlässliche Informationen

Der Vorsitzende der dbb bundesseniorenvertetung Horst Günther Klitzing hat die teilweise schlechte Organisation der Vergabe vom Impfterminen kritisiert. Die Situation sei insbesondere für viele ältere Menschen oder solche mit Einschränkungen unhaltbar, sagte Klitzing am 1. Februar 2021 in Berlin.

In einigen Bundesländern würden Seniorinnen und Senioren zum Beispiel aufgefordert, eine Telefonnummer zur Terminvereinbarung anzurufen. Dabei wüssten sie oft nicht, wann eine Impfung überhaupt realistisch sei. „Es darf nicht sein, dass Betroffene über Stunden eine Hotline anwählen, um dann lediglich zu erfahren, dass es derzeit keine Impfung gibt“, so der Chef der dbb senioren. Auch der derzeitige Mangel an Impfstoff rechtfertige einen solch respektlosen Umgang mit älteren Menschen nicht. Im Gegenteil sollte gerade diese Personengruppe eine verlässliche Information über den voraussichtlichen Zeitraum erhalten, in dem sie einen konkreten Impftermin vereinbaren können, forderte Klitzing.

Irritiert zeigte sich Klitzing außerdem über die Situation in den Senioren- und Pflegeheimen, die je nach Bundesland stark variiere. Monatelang sei darüber diskutiert worden, dass die dort lebenden Menschen besonders geschützt werden müssten. Jetzt stiegen die Infektionszahlen in diesen Einrichtungen dennoch. „Daraus kann ich nur schließen, dass mehr als einen Monat nach Impfbeginn immer noch nicht alle Bewohnerinnen und Bewohner in Senioren- und Pflegeheimen geimpft sind“, so Klitzing. Positiv wertete er hingegen das Vorgehen in einigen Bundesländern, Betroffene per Brief zur Terminvergabe einzuladen. Es müsse allerdings beachtet werden, dass viele dieser Personen selbst nicht in der Lage seien einen Termin online zu vereinbaren. Ihnen bleibe dann wieder nur eine überlastete Telefonnummer. Hier sehe die dbb bundesseniorenvertretung Verbesserungsbedarf.

Grundsätzlich dürfe die Zugehörigkeit zur Hochrisikogruppe aus Gründen der Impfgerechtigkeit nicht nur über das Alter definiert werden: „Viele Schwerstkranke brauchen die Impfung mindestens genauso dringend oder gar dringender als rüstige Achtzigjährige – hier muss eine Einzelfallentscheidung möglich sein“, so Klitzing.

 

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