Verband Bildung und Erziehung (VBE)

„Gestalter von Lern- und Lebensräumen“: Bundespräsident würdigt Schulleitungen

Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier hat auf dem 10. Deutschen Schulleitungskongress (DSLK) am 26. November 2021 in Düsseldorf die Arbeit von Schulleiterinnen und Schulleitern gewürdigt.

 

„Auch, wenn der Kampf gegen die Pandemie in diesem Winter wieder mehr Aufmerksamkeit und mehr Kraft fordert, mehr Kraft als wir alle gehofft hatten, wir dürfen nicht zulassen, dass dieser Kampf alle anderen Aufgaben überdeckt. Deshalb freue ich mich, dass Sie in diesen Tagen auch nach vorne schauen wollen, auf die Zukunft der Schule nach Corona“, sagte Steinmeier zum Auftakt des DSLK, der von Fleet Education Events und dem Verband Bildung und Erziehung (VBE) veranstaltet wird, in einer Ansprache per Video. Aufgrund der Corona-Krise hatte das Staatsoberhaupt seinen ursprünglich geplanten persönlichen Besuch abgesagt.

„Sie alle sind nicht einfach nur Verwalter von Bildungseinrichtungen, Sie sind Gestalter von Lern- und Lebensräumen. Sie alle schaffen Orte, an denen junge Menschen im besten Fall zu kompetenten, kritischen, selbstbestimmten und verantwortungsbewussten Persönlichkeiten heranwachsen können“, betonte der Bundespräsident. Schulleitungen seien „so etwas wie Bürgermeister im Mikrokosmos Schule, gefragt als Manager und Führungskräfte, Vordenker und Entwickler, als Pädagogen und Sozialarbeiter, als Ansprechpartner für Lehrerinnen, Schüler und Eltern, für Schulbehörden, Sportvereine, Kultureinrichtungen und Unternehmen. Meine Damen und Herren, Schulleiterinnen und Schulleiter, das ist ein anspruchsvoller, ein herausfordernder, ein ausfüllender Beruf.“

Gleichwohl blieben in Deutschland viele Schulleitungsstellen dauerhaft unbesetzt, weil Bewerberinnen und Bewerber fehlten. „Ich weiß, viele von Ihnen brennen für Ihre Aufgabe, viele engagieren sich unermüdlich für Ihre Schülerinnen und Schüler, aber ich weiß auch, nicht wenige leiden unter Stress, sind chronisch überlastet, haben das Gefühl, ausgebrannt zu sein. Wenn Menschen krank werden durch ihren Beruf, den sie eigentlich gern machen, dann darf das keinem Arbeitgeber gleichgültig sein“, sagte Steinmeier. Schulleitungen hätten mehr Wertschätzung verdient, die sich auch darin ausdrücken müsse, dass genug Zeit zur Verfügung stehe, die vielfältigen Aufgaben erfüllen zu können. Darüber hinaus „brauchen wir in unserer Gesellschaft mehr Aufmerksamkeit, mehr Anerkennung für das, was Schulleitungen tagtäglich leisten – in normalen Zeiten und erst recht in der schwierigen Phase der Pandemie“.

Der Bundespräsident sagte: „Ich danke Ihnen für Ihre Leidenschaft, Ihre Beharrlichkeit, Ihren Mut und Ihre Zuversicht. Ich danke Ihnen für Ihr großes und einfach großartiges Engagement, Ihnen allen meinen ganz herzlichen Dank.“ Er wisse, so Steinmeier, dass Wertschätzung allein die Arbeitsbedingungen noch nicht verbessere. „Das stimmt. Aber sie kann dazu beitragen, dass sich mehr junge Menschen für den Beruf des Lehrers oder der Schulleiterin interessieren, und es muss uns gelingen, den Personalmangel an den Schulen zu beheben. Wenn Schulen jeden und jede bestmöglich fördern sollen, wenn sie die vielen verschiedenen Menschen unserer Gesellschaft zu verantwortungsvollen Persönlichkeiten formen sollen, dann müssen wir sie auch mit den nötigen pädagogischen Fachkräften und multiprofessionellen Teams ausstatten.“

Udo Beckmann, Bundesvorsitzender des VBE, äußerte sich positiv zur Rede des Bundespräsidenten: „Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier ist es gelungen, die Herausforderung von Schule treffend zu beschreiben und den Schulleitungen den Rücken zu stärken. Er hat mit seinen Aussagen den Nerv der Anwesenden getroffen und deutlich gemacht, dass es umfassenden, dringenden Handlungsbedarf gibt. Ich hoffe, dass die verantwortlichen Politikerinnen und Politiker in den Ländern die Aussagen des Bundespräsidenten als Aufforderung verstehen, umgehend zu handeln.“

 

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